Gärtnern mit Christiane, Februar 2016

Es regt sich was…

Jetzt Anfang Februar, als ich auf der Suche nach Fotomotiven für meine Gartenseite war, habe ich sie entdeckt. Die ersten Blüten meines Alpenveilchens. Alpenveilchen? Sind das nicht die Zimmerpflanzen, die leider nach der Blüte oft entsorgt werden? Im Prinzip ja – es gibt aber auch winterharte Cyclamen, wie sie botanisch heißen. Diese Alpenveilchen kommen ursprünglich aus den Mittelgebirgen der Türkei und Bulgariens, wo es auch sehr kalt werden kann. Wie echte Gebirgsbewohner so sind, lieben sie Kalk, mögen keine Staunässe und wollen nicht stark gedüngt werden. Auf dem Foto ist das „Vorfrühlingsalpenveilchen“ zu sehen. Diese Sorte blüht in milden Wintern bereits ab Februar, wie man sieht. Sie haben wie alle Cyclamen eine kleine Knolle, aus der sie die Blätter treiben. Das im Herbst blühende Veilchen hat eine wesentliche größere, fast schon holzige Knolle, die auch immer etwas aus der Erde herausragen sollte. Cyclamen werden von Schnecken verschmäht (Gott sei Dank), aber Wühlmäuse fressen sie leider sehr gerne. Schweine übrigens auch – ein alter volkstümliche Name ist „Saubrot“. Das stammt noch aus der Zeit, als man Schweineherden in den Wald zur Weide getrieben hat. 

Die Cyclamen sind typische Gehölzrandbewohner. Sie wollen es im Frühling etwas sonniger, im Sommer gerne im Halbschatten. Nach der Blüte freuen sie sich über etwas milden Dünger, die Knolle speichert in dieser Zeit Energie für die nächste Blüte. Gerne im Frühjahr mit etwas GeoVit verwöhnen. Unbedingt die Stellen an denen sie wachsen in Ruhe lassen.

Alpenveilchen im Garten – etwas Besonderes

 

Keinesfalls den Boden hacken oder graben. Dann vermehren sie sich willig und wandern durch den ganzen Garten. Die Stelle auf dem Foto war von mir nicht so geplant. Eigentlich habe ich ein paar Knöllchen, die ich von einem Gartenfreund bekommen habe, an einer ganz anderen Stelle gepflanzt. Da sind sie inzwischen weg – die Samen werden von Ameisen weggeschleppt und gehen eben da auf, wo sie wollen.

 

Die Neue im Garten 

Als leidenschaftliche „Pflanzenjägerin“ bin ich immer auf der Suche nach Raritäten. Ich bin ja bekennende Christrosenliebhaberin. Im Frühjahr habe ich große Flächen mit den im April blühenden „Helleborus orientalis“. Auf einer Gartenmesse habe ich neulich dieses Schätzchen ersteigert. In wunderschönem Zartgelb blühend. Sie ist noch unter besonderer Obhut. Sie ist für den Verkauf vorgetrieben worden und würde natürlich in sehr kalten Frostnächten Schaden nehmen. Also ist sie zwar im Freien, weil ihr das gut tut, aber unter besonderer Beobachtung meinerseits. Das gilt übrigens für alle Frühjahrsblüher, die man momentan blühend kaufen kann. 

Mein ganzer Stolz – eine gelbe Christrose

Es sind ja eigentlich alles winterharte Pflanzen, aber für den Verkauf vorgetrieben und daher noch etwas empfindlich. Im Laufe des späteren Frühjahrs werden sie ausgepflanzt und nach dem nächsten Winter ist wieder alles im Lot. Im Februar auch daran denken, die alten, inzwischen unansehnlich gewordenen Blätter der Christrosen im Garten abschneiden. Bei Bedarf etwas kalken und sobald es wärmer geworden ist, wie üblich die Frühjahrsdüngung geben.

 

Wintergrüne Farne

Schattige oder halbschattige Bereiche im Garten sind für mich ohne Farne nicht vorstellbar. Sie bringen optisch immer ein Stück Wald mit. Sehr schön sind die wintergrünen Hirschzungenfarne. Sie sind im Winter sehr lange ein echter Hingucker. Erst nach stärkeren Frösten werden die Blätter unansehnlich und bekommen Flecken. Sie senken sich dann Richtung Boden und würden so, nachdem sie abgestorben sind, von den Bodenlebewesen zersetzt werden. Man schneidet sie dann ab und die neuen Blätter rollen sich dann im Frühjahr zartgrün auf. Sie sind ansonsten absolut pflegeleicht. Die Nährstoffe, die durch das Verrotten von Blättern und Pflanzenteilen entstehen, reichen ihnen aus. Der Standort sollte natürlich auch nicht zu trocken sein. 

Hirschzungenfarn – woher wohl der Name kommt?

 

 

Wasser im Trichter 

Meine Kollegin Heidi hat im Büro eine sehr schöne und schon sehr alte „Bromelie“ stehen. Von dieser attraktiven Zimmerpflanze, die zu den Ananasgewächsen gehört,  gibt es viele schöne Sorten im Handel. Wichtig ist zu wissen, dass sie in ihrer südamerikanischen Heimat nicht in der Erde wächst, sondern auf Bäumen. Die Wurzeln, die sie hat, dienen vor allem der Verankerung.Sie hat trichterförmige, harte Blätter, die Regenwasser sammeln. Man gießt also nur sehr wenig in den Blumentopf, sondern eher in besagten Trichter. Dort sollte immer etwas Wasser stehen. Aber nicht randvoll, sonst könnten die Blätter faulen. Sie braucht zwar wenige Nährstoffe, aber ganz ohne geht es nicht. Daher gelegentlich düngen, aber keinesfalls in den Trichter. Dünger und ab und zu ein Spritzer GeoVit kommen auf die Erdoberfläche. 

Ananasgewächse im Büro – leider nicht essbar

 

So, das wäre es wieder für heute. Noch schnell einen Kontrollgang zu meinen Vogelfutterhäuschen machen. Noch sind die Vögel ganz wild auf mein Vogelfutter. Ganz wild ist auch mein Kater Carlo auf`s „Vogelfuttern“. Würde er gerne. Bis das kleine Dickerchen sich mühsam durch die dichten Zweige der Korkenzieherweide gezwängt hat, sind längst alle Vögel fort und lachen sich tot….aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich wünsche euch schöne Wintertage und bis März!

 

Eure Christiane

Dickerchen Kater Carlo bei der erfolglosen Vogeljagd