Gärtnern mit Christiane, Juli 2016

Sommerzeit 

Nun sind wir mitten im Sommer angekommen. Nach wie vor ist das Wetter bei uns extrem wechselhaft. Ständig wechseln hochsommerlich heiße Tage mit eher kühlen und regnerischen Tagen ab. Beim Schreiben meiner Seite bin ich nun schon in der Mitte des Monats Juli angekommen. Ich hatte Urlaub und trotzdem keine Zeit auch nur eine Zeile zu schreiben. Ich war voll beschäftigt mit längst liegengebliebenen Arbeiten in Haus und Garten. Nun bin ich wieder im Alltagstrott und schon klappt es mit dem Schreiben. 

Gegen Mückenstiche 

Im Frühjahr habe ich beim Gärtner eine Stelzen-Bulbine (Bulbine frutescens) gekauft. Sie hat dicke, fleischige Blätter. Blätter klingen etwas irreführend. Es sind eher sukkulente, langgezogene Stängel. Diese enthalten einen geleeartigen Saft, ähnlich wie Aloe-Arten, der einen antibakteriellen Wirkstoff enthält. Dieses Gelee gilt in Afrika (die Bulbine kommt aus der Kapregion in Südafrika) als Heilmittel gegen Insektenstiche, Verbrennungen und Hautausschlag. Ein aus frischen Blättern zubereiteter Tee soll dort bei Erkältungen, Husten oder Arthritis eingenommen werden. Da sie auch noch hübsch ausschaut und schöne gelb-orange Blüten bekommt, habe ich zugegriffen. 

Sie verträgt im Sommer einen sonnigen und trockenen Standort. In einen Topf mit gut durchlässiger Erde (z. B. Kakteenerde) pflanzen. Sie ist ein „Schwachzehrer“ und braucht eher wenige und milde Nährstoffe. Genau ein Kandidat für GeoVit. Sie ist bei uns natürlich nicht winterhart und verträgt nur kurzzeitig bis -5 Grad Frost. Sie wird also im Herbst mit den Kübelpflanzen ins Winterlager geräumt und den Winter über eher trocken gehalten. Bin gespannt, ob die Bulbine sich bewährt.

 

Noch eine Pflanze für trockene Plätzchen 

Wunderschön exotisch wirkt die winterharte Jucca (Jucca gloriosa) im Garten. Man nennt sie oft „Palmlilie“. Sie hat weder mit Palmen, noch mit Lilien etwas zu tun. Seltsamerweise gehört sie zur Gattung der Spargelgewächse…..ich kann das fast nicht glauben. Aber egal, ich liebe sie in meinem Garten und im Juli ist die Juccablüte immer ein absolutes Highlight. Sie wächst bei uns in einem Stück sehr kargen, trockenen und kiesigem Untergrund. Ich habe an dieser Stelle ein mediterranes Kiesbeet angelegt, das sehr schön ausschaut.

Im Sommer hat sie pralle Sonne und im Winter, wenn die Sonne tief steht, eher Schatten. Also genau richtig. Im Sommer brennt`s und im Winter kann die Wintersonne bei Frost keinen Schaden anrichten. Man hat mit der Jucca sehr wenig Arbeit. Im Frühling schneide ich nur die fleckig gewordenen alten Blätter in unteren Teil der Pflanze ab. Sie bekommt dann im April etwas Staudendünger und im Sommer schneide ich die verblühten Stängel ab. Und das war`s. Sommer wie Winter ist die immergrüne Pflanze eine Freude. 

 

Calla im Kübel

Die Calla (Zantedeschia) ist auch eine schöne Afrikanerin. Ich mag die gepunkteten, großen Blätter schon sehr gerne. Blüht sie auch noch, ist das gigantisch. Die Knollenpflanze ist bei uns auch nicht winterhart. Ich behandle sie im Grunde wie Dahlien. Die Knolle wird im Herbst ohne Erde und einigermaßen abgetrocknet im Keller eingelagert. Das entspricht auch dem Lebensrhythmus in ihrer Heimat. Die Zantedeschia kommt dort in Sumpfregionen vor, die im Frühjahr ausreichend Nässe haben und im Sommer teilweise austrocknen. Und so wird sie auch bei uns kultiviert. 

Im Frühjahr eintopfen oder ins Beet pflanzen. Intensiv wässern und düngen. Sie bildet dann wunderschön kräftiges Laub und blüht in der ersten Hälfte des Sommers. Nach der Blüte, stellt man die Düngergaben ein und gießt weniger. Leider kommt im späteren Sommer eine Phase, da ist sie keine Augenweide mehr, da die Blätter vergilben und einziehen. Da muss man als Calla-Liebhaber halt durch. Im Herbst werden sie dann trocken (wie Dahlien) eingelagert – das entspricht der Trocken-und Ruhezeit in ihrer Heimat. Im Frühjahr geht es dann wieder von vorne los. 

 

Sommerschnitt bei Rosen 

Eine wichtige Arbeit im Rosengarten ist der sogenannte „Sommerschnitt“. Nach der ersten Blütenwelle sollten dringend die verblühten Rosen ausgeschnitten werden. Noch bevor sich „Hagebutten“ bilden, dringend das Verblühte bis zum übernächsten, voll ausgebildeten Rosenblatt zurückschneiden. Das hat nicht nur mit Kosmetik zu tun – es regt die Rose auch zu einer zweiten Blütenbildung an. Bis spätestens Mitte Juli noch eine letzte Düngergabe geben (kein Langzeitdünger). Das hilft bei der Blütenbildung und lässt trotzdem im Herbst  die Triebe ausreifen. Zu späte Düngung bei Rosen ist schlecht für die Winterhärte.

Nun ist gerade wieder einmal Regen angesagt. Drei Tage lang soll es so weitergehen und dann kommt am Wochenende wieder Hitze. Meinen Gartenpflanzen tut das augenscheinlich ganz gut. Mir weniger. Dieser ständige Wechsel macht mich ganz matschig….meinen kleinen Steinengel offensichtlich auch. Er hängt ganz lässig über seiner Steinkugel. Total nett. Die Figur ist ein Abguss einer Engelsfigur im Ulmer Münster. Er fühlt sich in meinem Garten augenscheinlich ganz wohl. 

 

Sommerliche Grüße und bis August

 

Eure Christiane