Gärtnern mit Christiane, Juni 2016

Mein Garten steht nun in seiner vollen Frühsommerpracht. Der Juni gilt zwar als Rosenmonat, aber ich will eher auf Pflanzen eingehen, die im Juni ebenfalls ihren großen Auftritt haben und nicht so sehr im Fokus der Aufmerksamkeit stehen. Der Juni steht auch für die ersten Hitzewellen und Feuchtigkeit durch Regenfälle. Genauso ist bei uns das Wetter Anfang Juni. Brütend heiße Tage und heftige Regenfälle mit ungewöhnlich frühen, heftigen Gewittern. Na, meine Pflanzen (und dem Rasen) gefällt das – man kann ihnen beim Wachsen zuschauen…

 

Elfenschuhe in meinem Garten

So werden im Volksmund die Akeleien auch genannt. Passt gut, wenn man die wunderschönen und zarten Blüten der Akelei anschaut. Sie hat nun ab Anfang Juni ihren großen Auftritt. Das zarte Hahnenfußgewächs kommt in meinem Garten in allen möglichen Beeten und im Gehölzrand vor. Von Himmelblau, Lila bis zartem Rosa und strahlend Weiß kommen alle Schattierungen vor. Sie ist eine Wiesenpflanze, die recht ausdauernd sein kann. Wenn sie nicht von Wühlmäusen gefressen wird. Sie bekommt ein leicht verholzendes Rhizom mit fleischiger Pfahlwurzel, die den gefräßigen Mäusen wohl sehr gut schmeckt. Macht nichts, wenn es nicht schlimmer wird, da die Akelei sich recht fleißig vermehrt. Ich entferne inzwischen nach der Blüte die unreifen Samenkapseln.

Meine Lieblingsfarbe bei Akeleien – strahlendes Blau

Zartes Rosa – eindeutig „Elfenschuhe“

Ich hätte sonst irgendwann nur noch Akeleien. Ich schneide dann auch das Kraut komplett mit ab. Es wächst dann wieder schön nach, wird dadurch vom Mehltau verschont und ist im Beet nicht mehr so Raum fordernd. Die Akelei ist bereits seit dem späten Mittelalter eine Zierpflanze in europäischen Gärten. Sie war schon im Altertum der Fruchtbarkeitsgöttin Freya geweiht und im Christentum dann der Jungfrau Maria zugeordnet. In der Pflanzensymbolik steht sie unter anderem für Lebenskraft, Demut und Erlösung. Sie wurde und wird immer noch gerne als Grabpflanze verwendet. Akeleien gehören unbedingt zu einem schönen, blütenreichen und naturnahen Garten. 

 

Das „Gurkenkraut“ 

So wird der Borretsch auch genannt. Eine Gewürz- und Heilpflanze mit gurkenähnlichem Geschmack, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt. Er zählt zu den sogenannten „Raublattgewächsen“ – stimmt, er ist mit unzähligen Härchen überzogen und wirklich etwas rau. Was Gott sei Dank auch den Schnecken gar nicht gefällt. 

Die Blätter des Borretsch werden in Salaten gegessen oder zum Beispiel in Suppen verwendet. Typisch ist die Frankfurter Grüne Soße – da ist Borretsch mit drin. Auch die wunderschönen blauen Blüten sind essbar und können als Salatdekoration mit in die Schüssel. Aber Vorsicht – nicht zu oft und zuviel Borretsch essen. Er enthält neben vielen gesunden Inhaltstoffen leider auch gewisse Alkaloide, die im Übermaß wohl schädlich sind. Die Blüten enthalten weniger dieses Stoffes. Ich selbst mag ihn vor allem wegen der himmelblauen Blüten – diese Vorliebe teile ich mit Hummeln und Bienen. Sie lieben Borretschblüten, die eine sehr gute Bienenweide sind.

Borretsch – Paradies für Bienen und Hummeln

 

Gemüse in Töpfen 

Ernten im Vorbeigehen – Gemüse in Töpfen 

Wir haben zwar ein Gewächshaus (und ein weiteres, größeres in Planung), aber klassische Gemüsebeete haben wir keine. Wir wollen, wenn es die Zeit endlich zulässt, eher auf Hochbeete setzen. Uns so lange behelfe ich mich mit ein wenig Gemüse und Kräuter aus Töpfen. Liegt ja gerade im Trend und ist gar nicht so schlecht. Man hat das Unkraut und auch die Schnecken etwas besser im Griff. Und es sieht gar nicht so schlecht aus. Mit dem Düngen etwas aufpassen, Gemüse braucht Nährstoffe, aber im begrenzten Raum der Töpfe nicht überdosieren. Gerne ab und zu eine Gabe GeoVit, da kann man nichts falschmachen. Auf dem Foto sieht man vorne Mangold – den kann man schön „blattweise“ ernten. Schnittlauch und im Hintergrund die Winterheckenzwiebel. Die ist klasse. Man erntet die aromatischen Stängel bei Bedarf. In der Mitte der Pflanze bildet sich ein blühender Trieb, den nach der Blüte kleine, leckere Zwiebelchen bilden. Die Winterheckenzwiebel ist mehrjährig. Genau das Richtige für Topf- und Balkongärtner. 

 

Wolfsmilch in meinem Garten

Weg vom Essen, wieder hin zur Optik. Wäre auch nicht gut eine Pflanze aus der Gattung „Euphorbia“ (Wolfsmilchgewächse) zu essen. Sind sie doch leicht giftig und der austretende, milchähnliche Pflanzensagt ist hautreizend. Daher kommt auch der Name. Wenn man diese Milch auf die Haut bekommt, unverzüglich abwaschen, da sie zu Rötungen und Jucken führt. Aber die Vielfalt und Schönheit der Pflanze macht das alles wett. Zumal den Schnecken die Wolfsmilch auch nicht schmeckt. Ein weiterer Vorteil.

Euphorbien gibt es für sämtliche Standorte – heiß und trocken, aber auch feucht und halbschattig. Winzig kleine Bodendecker bis hin zur beeindruckenden „Mittelmeer-Wolfsmilch“, die bis zu 1,50 Meter in die Höhe ragt. Die Blüten der Euphorbien sind eigentlich sehr unscheinbar. Sie werden jedoch von sogenannten „Hoch- oder Hüllblättern“ umgeben, die oft sehr farbintensiv sind und über einen sehr langen Zeitraum attraktiv sind. Absolut empfehlenswert für Staudenliebhaber, die wenig Pflegeaufwand wollen. 

Die Sorte „Fireglow“ –  ein Feuerwerk in Orange

 

So, Schluss für heute. Muss rasenmähen. Ich habe momentan das Gefühl mein Haus regelrecht vor dem Einwachsen schützen zu müssen, so sehr wächst alles.

 

Viele Grüße von Christiane und bis Juli