Gärtnern mit Christiane, März 2016

Der Lenz ist da…

…zumindest auf dem Kalender. So mild der Winter insgesamt war, so kalt ist bis jetzt das Frühjahr. Momentan pfeift uns der eiskalte Ostwind um die Ohren und es schneit immer wieder einmal. Viele Frühjahrsblumen sind schon aufgeblüht und leiden sichtlich unter der Kälte. Ich habe Anfang März tapfer mit dem Gräserschnitt und dem Gehölzschnitt begonnen – aber Gartenlust ist etwas anderes. 

 

Der Bärlauch wagt sich schon vor…

Angeblich heißt der Bärlauch (Allium ursinum) so, weil er früher den Bären nach dem Winterschlaf die erste Nahrung geboten hat. Die Bären fraßen ihn um ihren Körper zu „entgiften“ und den Stoffwechsel anzukurbeln. In meinem Garten wächst der Bärlauch an einer halbschattigen und feuchten Stelle (er kommt in freier Natur oft in Auwäldern vor). Inzwischen breitet er sich immer weiter aus. Lästig ist das nicht, weil er ziemlich bald nach seiner Blüte komplett wieder einzieht und nicht mehr zu sehen ist.

Bald ist es soweit – Ende des Monats beginnt spätestens die Bärlauchernte

Zieht man die Pflanze aus dem Boden sieht man das kleine Zwiebelchen aus dem er wächst. Man kann die Blätter verwenden, die Zwiebel und auch die Blütenknospen. Die Knospen kann man wie Kapern einlegen – sie schmecken sogar ein wenig ähnlich. Und Bärlauch strotzt nur so vor gesunden Inhaltsstoffen – er gilt sogar als Heilpflanze. Er soll neben vielen anderen guten Eigenschaften sogar den Blutdruck senken. Man kann ihn frisch als Gewürz verwenden, Dip`s daraus herstellen, Bärlauchbutter oder Pesto machen. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Ich persönlich mag ihn am liebsten kleingeschnitten, roh im Salat. Ich finde, da kommt das Aroma am besten zur Geltung. 

Im Frühjahr kann Bärlauch den Schnittlauch oder das Zwiebelkraut ergänzen. Achtung beim Sammeln in der freien Natur – das giftige Maiglöckchen oder noch schlimmer, die sehr giftige Herbstzeitlose, sehen dem Bärlauch ähnlich. Am besten legt man selbst im Garten eine Ecke mit Bärlauch an. Am besten Gartenfreunde die ihn im Garten haben, um Ableger bitten. Keine Pflanzen aus der freien Natur nehmen. Ist Ehrensache für Naturfreunde. 

 

Fernost im Garten – die Drachenweide 

Weiden kennt grundsätzlich jeder – die Drachenweide oder Japanische Weide, ist aber optisch sehr außergewöhnlich. Es heißt, sie sei Wärme liebend und nur bedingt frosthart. Ich habe sie seit einigen Jahren bei mir im Garten und sie hat schon ziemlich tiefe Minusgrade tadellos überstanden. Wie man auf dem Foto sehen kann, tragen sie, wie alle Weiden im Frühjahr, hübsche, silberne Kätzchen. Was an ihr auffällig ist, ist die sogenannte „Verbänderung“ der Äste. Sie haben einen sehr dekorativen Drehwuchs. Für Floristik und Ostersträuße der besonderen Art super geeignet.

Sie wächst eher in die Breite und wird ungefähr 4 Meter hoch. Mir gefällt sie auch im Sommer sehr gut. Sie bekommt wunderschöne Blätter, die eher an Bambus erinnern. Für Liebhaber der fernöstlichen Gartenkultur ein absolutes Muss. Vermehren kann man sie ausschließlich vegetativ – das heißt über Steckhölzer, die man am besten im Frühsommer schneidet. Wie alle Weiden ist sie ziemlich anspruchslos und liebt eher feuchte Böden in Sonne oder Halbschatten. 

Mal was anderes – die Drachenweide, Japan lässt grüßen

 

Orchideenpracht im Büro

Da ich in Vollzeit arbeite ist klar, dass ich viel Zeit in meinem Büro verbringe. Und als Pflanzenfreund habe ich natürlich mein Fenster voller wunderschöner Orchideen. Zuhause habe ich eher Cymbidium-Orchidee, die im Sommer auch raus in den Garten dürfen. Im Büro habe ich Phalaenopsis, die empfindlicher sind und ganzjährig möglichst gleichbleibend warme Temperaturen mögen. Der Name kommt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus „Phalaina“ das heißt „Nachtfalter“ und dem Wort „Opsis“ das bedeutet „Anblick“. Die Blüten erinnern wirklich an einen wunderschönen Falter. Man sagt zu ihr oft auch „Nachtfalterblume“ oder „Malaienblume“. Sie kommt aus tropischen Regionen, daher auch die Liebe zur Wärme. Orchideen sind allgemein keine Starkzehrer – immer speziellen Orchideendünger verwenden. Orchideen lieben GeoVit – eine milde Stärkung mit Spurenelementen. Man sieht nach einer Gabe GeoVit augenblicklich den Erfolg – probiert es mal aus. Beim Umtopfen unbedingt spezielle Orchideenerde verwenden. Orchideen sitzen ob auf Bäumen und leben von den häufigen, aber immer rasch ablaufenden Regenmengen der Tropen. Staunässe und normale Topferde bedeuten für Orchideen einen raschen Tod.

Ein Blütenmeer – viele Wochen lang

Ein Blick ins Büro meiner Kolleginnen – auch nicht schlecht

 

Frische Farben für die Töpfe 

Ich habe im Garten einige Tröge und Töpfe stehen, die ich je nach Saison bepflanze. In den Beeten habe ich vorwiegend Stauden und nur an wenigen Stellen Platz für Dahlien oder Canna. Alles andere kommt in besagte Töpfe. Den Großteil der Erde wechsle ich nicht aus – die bleibt dauerhaft in den Töpfen. Die obere Schicht wird im Frühjahr mit frischer Blumenerde aufgefüllt. Regelmäßig düngen und zwischendurch mit GeoVit verwöhnen, ausreichend gießen und alles ist gut. Die erste Pflanzung sind jetzt Veilchen, werden diese im Frühsommer unansehnlich, kommen Sommerblumen rein. Für was ich mich dann entscheide, seht ihr wenn es soweit ist. 

Frühjahrsgrüße von Christiane, in der Hoffnung, dass es endlich wärmer wird…. 

Wunderschöne Viola – ein Frühlingsgruß in meinem Topf