Gärtnern mit Christiane, November 2015

Goldener Herbst – doch der Winter naht…

Jetzt Anfang November haben wir „ruhiges Herbstwetter“, wie es so schön heißt. Ich nehme mir also immer wieder mal einzelne Tage frei und arbeite mit Genuss im Garten an der herrlichen Luft. Noch ist der Garten bunt – das kann sich aber sehr schnell ändern. Die nächste Tiefdruckfront, Nässe und Kälte und dann haben wir die andere Seite des Novembers, die viele so fürchten. 

 

Herbstarbeiten

Momentan räume ich vor allem Sitzbänke und nicht frostfeste Gartendekorationen weg. Kümmere mich um Berge von Laub auf den Wegen und dem Rasen und pflanze die eine oder andere Blumenzwiebel. Das Abschneiden der Stauden mache ich Schritt für Schritt bis in den Frühling hinein. Viele Stauden bieten auch im Winter einen wunderschönen Anblick. Sie schneide ich erst im frühen Frühjahr zurück. Meine Phloxbestände werden um diese Zeit unansehnlich. Sie werden abgeschnitten, gehäckselt und als Mulch gleich wieder auf den Beeten verteilt. Staudenmulch kann so gleich als „Flächenkompostierung“ auf die Beete zurück. Aber bitte nur gesundes Pflanzenmaterial verwenden. Und bitte keine Samenstände – das kann im Frühjahr schlimm enden. Die eigentlichen Winterschutzarbeiten wie Rosenanhäufeln, Hortensien mit Strohmatten abdecken, Reisigabdeckungen auf empfindliche Pflanzen etc. mache ich erst im Laufe des Dezembers. Da ist es nach meiner Meinung jetzt noch zu früh. Die Pflanzen sind noch so im Saft, da soll noch Luft und Licht ran.

Die Fackellilie beim Schopf gepackt

Eine der Arbeiten, die in der nächsten Zeit anstehen sind meine Fackellilien. Sie mögen trockene, heiße Standorte. Sie binde ich im Laufe des Monates mit einem Strick zusammen. Dieser „Schopf“ soll die Vernässung in der Pflanzenmitte etwas mildern. Fackellilien erfrieren nicht im Winter, wenn, dann sterben sie an zuviel Winternässe. Sie sind wintergrün, den zusammengebundenen Schopf schütze ich dann im Dezember noch mit Fichtenreisig, das ich im Kreis um die Pflanze herum stecke.

 

Impressionen 

Hier habe ich noch zwei Fotos, die ich Anfang November gemacht habe. Wie man sieht, blühen späte Herbstastern noch wunderbar. Diese Sorte ist zwar sehr hoch und instabil, außerdem ist sie etwas sehr ausbreitungsfreudig….Dennoch liebe ich sie, weil sie wunderschöne, zarte Farbtöne ins Beet zaubert. Ich habe davor ein ausgedientes, schönes Metall-Fenstergitter platziert. So kann sie sich dagegen lehnen. Außerdem lieben die Bienen diese Astern an letzten warmen Herbsttagen.

Wolke in Blau – Schönheit im Spätherbst

Auch die Gehölze bringen noch soviel Farbe in den Garten, dass man fast von einer zweiten Blütezeit reden kann. Ich achte bei Neupflanzungen immer auch ein wenig auf die Herbstfärbung. Das Pfaffenhütchen ist ein Strauch, der im Herbst die Farbe Purpur in den Garten bringt. Die Blätter verfärben sich wunderschön – aber noch schöner sind die Fruchtstände, wie man sieht. Aber Vorsicht. Die Pflanze ist extrem giftig.

Pfaffenhütchen – gefährliche Schönheit

Die Vögel fressen zwar die Außenhülle der Früchte sehr gerne und scheiden die darin versteckten Samenkörner unverdaut aus. Würde man aber als Mensch die Früchte essen und gar die Körner zerbeißen, ginge das im Extremfall tödlich aus. Also nur mit den Augen genießen. Kindern in der Umgebung das gut erklären – sie müssen wissen, was man essen darf und was nicht. Die Pflanzen vermeiden ist der falsche Weg. Bin ich immer dabei und habe bei Kindern alles im Griff?

 

Der Blick nach innen…

Die Zimmerpflanzen, die über den Sommer draußen waren, sind längst eingeräumt. Im Herbst und Winter freut man sich wieder auf die grünen Begleiter in den Wohnräumen. Ein interessantes Kerlchen ist der sogenannte Zickzackstrauch. Nie gehört? Bis vor kurzem war er noch relativ unbekannt. So langsam kommt er in Mode in den sogenannten „Herbstkreationen“ für den Balkonkasten. Zusammen mit Erica, Herbstgräsern, Heiligenkraut etc. Fast zu schade ihn erfrieren zu lassen.

Die Pflanze stammt ursprünglich aus Neuseeland, wächst langsam und will sehr gerne über den Sommer ins Freie. Ich habe sie an eine halbschattige Stelle gestellt und sie hat sich augenscheinlich dort sehr wohl gefühlt. Nicht zuviel gießen. Sie hat winzige, grausamtige Blätter. Durch ihre abstrakte Form wirklich mal etwas anderes und sie ist auch an schmalen Fensterbrettern nicht so erdrückend. Man kann sie auch gut zuschneiden. Also einfach mal ausprobieren. 

Ton in Ton – der Zickzackstrauch

 

Alle Jahre wieder – der Weihnachtskaktus

Schlumberga…., so nennt er sich offiziell. Bei allen bekannt als Weihnachtskaktus. Ist eigentlich gar kein Kaktus – aber egal….Blüht eben im Herbst, oft gegen Weihnachten. Auch ihn habe ich im Sommer draußen, an einer eher schattigen Stelle. Er bekommt sonst leicht Sonnenbrand. Man sieht, wirklich kein Kaktus. Schnecken fressen ihn auch gerne, also aufpassen und schneckengeschützt aufstellen. Man kann ihn eigentlich nur mit zuviel Nässe umbringen. Im Sommer gieße ich nur, wenn er sehr ausgetrocknet ist. Noch mehr Vorsicht dann im Winter im Zimmer. Immer die Fingerprobe machen. Wenn er von der Sommerfrische zurück ist, stelle ich ihn eher kühl und gieße eine Zeitlang gar nicht. 

Altbewährte Zimmerpflanze – der Weihnachtskaktus

Sobald sich an den Triebspitzen die ersten Knospen zeigen, kann er wärmer gestellt werden und wieder vorsichtig gegossen werden. Es gibt ihn in vielen Farben – weiß, apricotfarben, sämtlich Rot- und Rosatöne. Sein Bruder, der Osterkaktus erfreut uns dann eher im Frühjahr mit seinen Blüten. Gehört unbedingt zur Zimmerpflanzensammlung dazu. Ab dem Frühjahr beide Sorten wieder etwas düngen und gerne mal ein paar Spritzer GeoVit spendieren. 

 

So, Schluss für heute. Die nächsten zwei Tage habe ich Urlaub. Wie gesagt - ruhiges Herbstwetter- das muss die Gärtnerin ausnutzen….

 

Grüße von Christiane und bis nächsten Monat