Gärtnern mit Christiane, Oktober 2015

Im Rhythmus der Natur……

Gerade im Herbst wird mir der Ablauf der Jahreszeiten besonders bewusst. Viele mögen den Herbst ja nicht so und verbinden diese Jahreszeit mit Düsterkeit und Vergänglichkeit. Ich mag den Herbst deswegen sehr gerne, weil es doch noch viele schöne und sonnige Tage gibt und die Luft frisch und klar ist. Ich bin ja, wie im Sommer von mir immer wieder erwähnt, sehr hitzeempfindlich. Im Herbst kann ich mich bei der Gartenarbeit so richtig austoben…Und man kann wunderbar Pläne für das nächste Gartenjahr schmieden. Beete anlegen, Gehölze und Stauden pflanzen und die eine oder andere Blumenzwiebel im Boden versenken. Gehölze wie auch Stauden beginnen etwa zur Tag- und Nachtgleiche am 23. September damit, ihre oberirdischen Pflanzenteile auf die winterliche Ruhepause vorzubereiten. Die Nährstoffe werden den Blättern entzogen und in den Wurzeln gespeichert. So entsteht die wunderbare Herbstfärbung vieler Pflanzen. „Winterliche Ruhephase“ – ein schöner Ausdruck. Was negativ denkende Menschen als „Sterben“ ansehen, ist ein Schlafen und Ausruhen. 

 

Pflanzzeit Herbst 

Im Herbst ist der Boden noch relativ warm. Während die Blätter nach und nach abgeworfen werden, sind die Wurzeln noch höchst aktiv. Ein großer Vorteil der Herbstpflanzung. Sie haben noch genug Zeit, bis der strenge Frost den Boden gefrieren lässt, Feinwurzeln zu bilden. Diese sind dann im Frühjahr schon bereit und können Wasser, Sauerstoff und Mineralien aufnehmen. Vor allem überstehen sie so die ersten warmen Sonnentage im Frühjahr. Ich bin absolut von der Herbstpflanzung überzeugt. Im Frühjahr pflanze ich möglichst nur Stauden oder Gehölze, die ich halt neu einkaufe und die in Containern angeboten werden. Teilen und verpflanzen definitiv im Herbst! 

Die Pflanzlöcher, egal ob bei Stauden oder Gehölzen, ungefähr eineinhalb bis zweimal so breit und so tief wie die Wurzeln oder Ballen groß sind. Um die Pflanzlöcher herum gerne den Boden etwas auflockern. Das schützt vor Staunässe und die Wurzeln können sich schön ausbreiten. Vielleicht etwas Kompost mit rein und dann ganz wichtig, für „Bodenschluss“ sorgen. Das heißt, nach dem Zufüllen und Andrücken der Erde mit viel Wasser die Pflanze einschlämmen. Das schließt eventuelle Hohlräume um den Wurzelballen herum und die Pflanze bildet leichter neue Wurzeln. 

Mein Spaten – häufigstes Werkzeug im herbstlichen Garten

 

Blütenkugeln für das nächste Jahr

Bei Zierlauch (Allium) mit seinen vielen Sorten komme ich immer wieder ins Schwärmen. Hohe, schlanke Stängel und die vielen kleinen Einzelblüten, die als große Kugel sehr elegant in den Beeten wirken. Sie schweben regelrecht im Frühjahr zwischen den austreibenden Stauden. Das vergilbende Laub am Boden stört in keinster Weise, da es von den anderen Pflanzen gut verdeckt wird. 

Zierlauch – ein Traum auf hohen Stängeln

Gepflanzt werden die Zwiebeln im Herbst, die Blütezeit der verschiedenen Sorten reicht von Mai bis Ende Juni. Eine der größten Blütenkugeln hat die Sorte „Globemaster“ – sehr schön, aber leider hat mein Exemplar eine etwas fahle Farbe. Eine Neuheit, die ich mir besorgen möchte ist die Sorte „Ambassador“ – hochgelobt und mit fast eineinhalb Metern Höhe sehr auffallend. Die Farbe ist wohl ein schönes, helles Lila. Mal schauen, ob ich Zwiebeln auftreibe. So hat ein Gärtner immer einen Plan…

 

Apropos Zwiebeln…

Schon mal von Winterheckenzwiebeln gehört? Auch eine Alliumsorte, aber eine essbare. Allium fistulosum nennt sie sich korrekt. Das ist eine sehr robuste Zwiebelart, die wenige Ansprüche an Boden und Gärtner stellt. Sie wird auch als Lauchzwiebel, Röhrenzwiebel oder Ewige Zwiebel bezeichnet. Die Besonderheit ist, dass man nicht die Zwiebel in der Erde verwendet, sondern das Zwiebellaub. Sie ist mehrjährig und absolut winterhart.

Man kann sie entlang von Wegen oder als grünen Rahmen um die Beete pflanzen. In milden Wintern kann sie nahezu ums Jahr geerntet werden. Bei sehr starken Frösten oder großen Schneemengen sterben die Blätter ab, treiben aber im Frühjahr sehr zeitig wieder aus. Sogar noch vor dem Schnittlauch. Sie bildet Horste, die man im Herbst gut teilen und vermehren kann. Auch für die Topfkultur auf Balkon oder Terrasse prima geeignet. 

Winterheckenzwiebel – kleine Ernte auch im Oktober

 

So überstehen Kräuter den Winter 

Sehr viele Kräuter lieben die Sonne und eher trockene Böden. Daher wird für viele Sorten wie Thymian, Ysop, Bergbohnenkraut oder Bergminze der Winter zum Problem. Nicht wegen der Kälte, die meisten Kräuter sterben im Winter an Nässe. Von Vorteil ist ein Standort in erhöhten Beeten wie Kräutermauern, Kräuterspiralen oder Hochbeeten, die mit wasserdurchlässiger, kiesiger Erde gefüllt sind.

Mein Kräutertopf – mediterraner Lebensraum 

Ich habe diesen Lebensraum in einem ausrangierten, riesigen Plastiktopf geschaffen. In frostigen, aber sonnigen Zeiten im Winter decke ich die Pflanzen mit Fichtenzweigen ab. Bast- oder Kokosmatten geben auch Schutz und Schatten. In milden Wintern kommt so sogar der halbfrostharte Rosmarin im Freien über die Runden.

Im Frühjahr dann die Kräuter alle herunter schneiden und ab März auch wieder mit GeoVit verwöhnen. Meine Winterheckenzwiebel im Topf bekommen auch was davon ab. Dann steht der Ernte im Sommer nichts mehr im Weg.

 

Ihr seht, gerade bei den Herbstarbeiten ist der nächste Frühling immer mit dabei. Das ist ja das Schöne – nichts vergeht in der Natur für immer. Ob Wurzel, Zwiebel oder Samenkorn, alles ruht nur…Bis ich allerdings ausruhen kann vergeht schon noch eine Weile. Jetzt geht es mit der Herbstarbeit erst richtig los.

 

Schöne Grüße von Christiane und bis nächsten Monat. 

Rudbeckia triloba – Augenschmaus im Oktober